
© Gina Sanders - Fotolia.com
Die deutsche Wirtschaft sieht längst wieder Licht am Ende des Tunnels. Trotz- Finanz-, Euro- und Wirtschaftskrise können sich die Industrie und Dienstleister nicht über eine verkümmerte Auftragslage beschweren. Diese Entwicklungen wirken sich durchweg positiv auf den Ausbildungsmarkt aus. Derzeit gibt es deutschlandweit sogar einen Überschuss an Lehrstellen.
Laut Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin gab es im Juni 2011 rund 50.000 unbesetzte Lehrstellen. Doch wie kommt die Arbeit an den Mann, wie soll der Bewerber bei einem deratigen Überangebot noch die Übersicht bewahren? Denn ein einheitliches System deutscher Ausbildungen fehlt bislang. Die neue Online-Stellenbörse der IHK soll dieser Problematik nun Abhilfe schaffen. Der Start der Homepage ist auf den 22. Februar datiert. Sie soll es Suchenden sowohl ermöglichen ihre Berufswünsche zu inserieren, als auch Zugriff auf den nationalen Stellenmarkt zu erhalten. Wer möchte, kann sich ein eigenes Profil anlegen und wird dann eventuell von potentiellen Arbeitgebern kontaktiert.
Strukturelle Probleme einzelner Regionen machen es in bestimmten Berufssparten besonders schwer, Bewerber und ausbildende Betriebe auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Bis zu 80 verschiedene Portale für Ausbildungssuchende gibt es bislang in Deutschland. Dass Bewerber bei diesem Durcheinander die Übersicht verlieren, liegt auf der Hand. Die Teilnahme an der nationalen Stellenbörse ist bislang allerdings freiwillig.
Die Handelskammer rät Ausbidldungssuchenden zu einer unbedingten Mobilität. Gerade in beliebten Ausbildungsberufen, wie beim Mechatroniker muss unter Umständen ein Umzug in eine andere Region in Kauf genommen werden.
Der als strukturschwach verrufene Osten Deutschlands bietet entgegen der vielen Vorurteile durchaus berufliche Chancen. Das Bundesinstitut für Berufsbildung in der ehemaligen Hauptstadt Bonn geht davon aus, dass es in den neuen Bundesländern auch dieses Jahr wieder mehr freie Stellen als Bewerber geben wird.


